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IRONMAN 70.3 Rügen

Rennbericht Strandräuber  IRONMAN 70.3 Rügen

 

Aloha!

 

Hier folgt mein seit langem überfälliger Rennbericht zum Strandräuber IRONMAN 70.3 Rügen!

 

Mit Spannung fieberte ich meinem persönlichen Saisonhighlight 2018 entgegen! Alles war auf dieses Rennen ausgerichtet. Der Fokus war ganz klar gesetzt! Eine neues persönliche Bestzeit und wenn möglich auch die Qualifikation für die IRONMAN 70.3 Weltmeisterschaften in Nizza waren angepeilt.

          

Auch wenn die Vorbereitungen leider aufgrund diverser Krankheiten oder anderer Gründe etwas schleppend und holprig verliefen, stimmte mich mein letzter Testwettkampf in Leipzig doch sehr zuversichtlich!

          

Auf ging es also nach Binz!

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Wettkampfvorbereitung, es wurde über die Messe geschlendert, das Racebriefing besucht und natürlich das Rad eingecheckt. Auch den Weg vom Schwimmausstieg zur Wechselzone wollte ich schon einmal ablaufen, um zu merken, wie weit die Strecke sein wird.

 

Am Abend ging es dann noch zum gemeinsamen Pasta- und Pizzaessen mit der ganzen Familie. Immerhin sind auch meine Mutter, ihr Freund und meine Großeltern  mit angereist, um mich kräftig anzufeuern!

Vielen Dank für diesen tollen Support!   

 

Dann war er da, der Rennmorgen! Die Anspannung lag in der Luft, ich wurde langsam aufgeregt! Schaffe ich alles, wie ich es geplant und mir vorgenommen habe?

 

Nach dem gemeinsamen Frühstück fuhr ich zur Wettkampfstrecke vor, um noch die letzten Wettkampfvorbereitungen zu treffen.

          

Jetzt sollte es gleich los gehen! Das Kribbeln und die Vorfreude auf den Startschuss waren enorm!

 

Dann kam er endlich, der lang herbeigesehnte Moment! Als ich am Strand losrannte, um ins Wasser zu kommen, habe ich noch kurz meine Familie gesehen und schreien gehört, was mich nochmal extra beflügelte!

 

Kaum war ich im Wasser, habe ich gemerkt, wie die Strömung mich immer wieder von meiner geplanten Route abdriften lies. Nach etwa 100 Metern hatte ich aber gute Füße gefunden, an die ich mich hängen konnte und fand meinen Rhythmus!

 

Nachdem ich dann die Schwimmstrecke hinter mir gelassen hatte, dachte ich, dass ich ein gutes Schwimmen hingelegt habe…bis ich auf die Uhr schaute!

 

Was für ein Schock! 44 Minuten für etwas mehr als 2,1 km?!

 

Jetzt hieß es: Gas geben!    

Ich nahm den etwas über 1 km langen Weg zur Wechselzone so schnell es barfuß eben geht unter die Füße.

Der Wechsel klappte schnell und gut, also konnte es endlich auf die zwei Radrunden gehen!

Ich trat in die Pedale und fühlte mich sehr gut!

 

Also Kopf runter und Vollgas. Nach dem ersten Anstieg schaute ich zum ersten Mal auf meinen Tacho und merkte, dass ich viel zu schnell unterwegs war! Eine Radzeit von 2:09 h wäre es geworden, hätte ich so weiterfahren können!

Ich nahm also bewusst Tempo heraus und versuchte, mich an meinen Plan zu halten.

Die erste Radrunde habe ich dann nach 1:08h trotz immer stärker werdendem Wind  hinter mir gelassen und fühlte mich noch gut.

Also ab auf in die zweite Radrunde! Doch plötzlich kam der Hammer bei km 60, ich fühlte mich plötzlich völlig schlapp und quälte mich über die letzten 30 km!

Ich hatte mich nicht ausreichend ernährt und kaum Mineralien zu mir genommen!

Nach 2:29 h war ich dann endlich wieder in der Wechselzone, 10 Minuten später als geplant.

          

Der zweite Wechsel lief dann wieder sehr flüssig. Trotz der Schwäche beim Radfahren fühlten sich die ersten Laufkilometer wieder gut an und ich lief das anvisierte Lauftempo bzw. sogar ein wenig schneller! Jetzt läuft es doch wieder, dachte ich! Laufen kann ich ja schließlich, jetzt muss ich wieder Zeit gutmachen!

 

Doch die Mangelernährung machte sich auch hier wieder bemerkbar und nach Kilometer vier kam der Einbruch mit Krämpfen uns Magenbeschwerden.

Die nächsten 12 Kilometer wurden zur Tortur! Und dann auch noch die ganzen Höhenmeter auf der Laufstrecke!

Ich war echt demotiviert und kraftlos, aber ans Aufgeben habe ich nie gedacht. DNF (Did Not Finish) ist nie eine Option!

Ich nahm an den Verpflegungsstellen alles zu mir, wonach der Körper verlangte.

Dann endlich, ab Kilometer 16 ging es wieder bergauf und ich konnte die letzten fünf Kilometer wieder durchlaufen und auch knapp unter fünf Minuten pro Kilometer! Jetzt lief ich dem Ziel entgegen und freute mich riesig, meine Familie am Streckenrand rufen zu hören!        

Glücklich lief ich ins Ziel, froh darüber, dass ich mich durchgebissen habe!

 

Zwar ist das erklärte Ziel deutlich verpasst worden, aber ich habe einiges für die kommende Saison gelernt!    

 

Ein ganz großes Lob geht an die Organisatoren des Rennens, die vielen freiwilligen Helfer, das tolle Publikum und alle Athleten, die diese anspruchsvolle Strecke gemeistert haben!

 

Mein Fazit lautet: Ich werde wiederkommen, aber dann besser vorbereitet!

 

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